Hofmusik in Preußen

In der Preußen-Familie hatte aktives Musizieren und Komponieren Tradition: Friedrichs Großmutter Sophie-Charlotte, die erste Königin von Preußen, war eine begeisterte Cembalospielerin und Komponistin. Sie leitete Opernaufführungen und komponierte ganze Opern.

Wilhelmine von Preußen, unsigniert, um 1720, Sammlung Quandt

Friedrichs Lieblingsschwester Wilhelmine beeindruckte schon als Sechsjährige die Berliner Hofgesellschaft am Cembalo. Ab 1728 nahm sie Unterricht bei dem Lautenisten Sylvius Leopold Weiß.

Friedrich und Wilhelmine musizierten zusammen und nannten ihre Instrumente liebevoll: »La principessa« ( Flöte) und »Prinz Dickbauch« (Laute). In Bayreuth ließ Wilhelmine als Markgräfin ein bedeutendes, heute noch erhaltenes Opernhaus im  Rokoko-Stil errichten und leitete als Intendantin 20 Jahre lang den Spielbetrieb.

Friedrich schrieb am 29. Dezember 1751 an seine Schwester: „Ich bin wie Du der Musik treu geblieben und habe eine Leidenschaft für das Adagio; allerdings braucht man, um es recht klagend herauszubringen, ein wenig Schwermut, ich aber werde, wenn ich Dich erst sehe, nur freudiger Gefühle fähig sein.“

Friedrich der Große genoß eine elitäre Musikausbildung: Johann Joachim Quantz war sein Flötenlehrer, Carl Heinrich Graun sein Kapellmeister und Kompositionslehrer, Carl Philipp Emanuel Bach sein Hofcembalist. Als Kronprinz gründete Friedrich ein kleines Orchester. Nach seiner Thronbesteigung im Jahr 1740 ließ Friedrich in Berlin ein Opernhaus errichten, das 1742 mit Grauns Oper „Cesare e Cleopatra“ feierlich eröffnet wurde. Johann Sebastian Bach besuchte Friedrich den Großen im Mai 1747. Der König spielte Bach ein Thema auf dem Silbermann-Hammerflügel im Potsdamer Stadtschloß vor. Bach improvisierte virtuos darüber und widmete Friedrich II. das sogenannte „musikalisches Opfer". Das besondere Interesse des Königs galt jedoch der Oper. Er schrieb das Libretto für die Oper "Montezuma", die am 6. Januar 1755 in Berlin uraufgeführt wurde. Die Musik dazu komponierte Carl Heinrich Graun. Friedrich II. kümmerte sich persönlich um viele Details der Aufführung, er probte als Regisseur mit den Sängern und bestimmte über Bühnenbild, Besetzung oder Koloraturen.